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![]() Der Weg dauerte, Linien kreuzten sich, entfernten sich voneinander, näherten sich, verharrten in den Positionen. Wir umkreisten einander in den letzten Jahren, er-hörten uns gegenseitig, ergründeten das Eine und das Andere, wägten ab. Hat eine Musik, geschrieben "zur Ehre Gottes" weitere Töne und Klänge überhaupt nötig? Ist sie nicht an sich abgeschlossen, fertig, in Ordnung? Dies ging mir durch den Kopf, als Hermann Voss die Sarabande der 5.Suite von Bach in den Klangsaal ausdehnte. Mein Kopf zauderte, war sich nicht sicher, ob hier etwas hinzuzufügen wäre. Meine Finger auf dem KlangStein, den ich liebevoll meine Stradivari nenne, dachten anders. Sie begannen die Töne zu spüren, der Stein resonierte und nach und nach tönte sich der Klang des Steins ein, vibrierte in den Tiefen und schuf die Basis für die appegierten Akkordsäulen der Viola. Mir kam ein Gedicht von Peter Härtling in den Sinn, ein Ausschnitt daraus ... " beginne ich / durch diesen Wald / zu wandern, / von Kopf zu Kopf / und berühre / die Kiesellippen, / damit ihr Lied nicht ende, / in das ich nun hineinwachse, / hinein / in den tönenden Stein, " ... Die Musik öffnete sich, erwuchs sich zu einem Weiteren, die Klanglichkeit der Ursprache des Steins verwob sich mit den komplexen Räumen des alten Bach und liess ihn in der Fremde neu atmen. Fasziniert und gleichzeitig zutiefst betroffen spielten wir uns in anderes ein, Jolivet kam hinzu, Strawinsky wurde erprobt. Wir waren uns sehr viel näher gekommen als ursprünglich vorgeahnt. Spürten eine Verbindung, welche sich über die notierte Klangwelt zu spinnen begann und immer mehr ausbreitete. Nahmen neue Qualitäten im Austausch wahr, begannen das Repertoire auszudehnen, die Besetzung zu erweitern. Barbara Wojciechowska mit der Viola und Alicja Ratusinska mit Piccolo- und Querflöte schufen auf ihrem hohen musikalischen Niveau neue, inspirierende Klangwelten in diesem Austausch zwischen den Welten. Debussys Syrinx erhielt die archaischen Räume, Faurés Aprés un Reve die wundervolle Tiefe, beides Stücke von inspirierender Dichte. Pärts Fratres führt zurück zu Bach in die Kirche, atmet die Größe der alten Kathedralen und der Tierkreis von Stockhausen gibt mit dem KlangStein den menschlichen Instrumenten seine spirituelle Welt. Es war und ist nachwievor gut, den langen Weg zu gehen, den Weg, der öffnete und am Klang der Welt arbeitet. Das Gedächtnis der Erde ist vielfältig und kennt keine Grenzen.
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