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![]() Peter Härtling Klaus Feßmann Die Steine erneuern sich und die gehüteten Himmel wechseln täglich Texte aus dem Stein Musik aus dem Stein Die Gedichte, die Lyrik von Peter Härtling, welche aus sehr vielen verschiedenen Bereichen und Phasen seines Schaffens stammen, lassen sprachlich die Materialität Stein auf einer Ebene spürbar werden, die zum einen aus der Erfahrung einer für den Autor sehr wichtigen Landschaft, der finnischen Kieselsteine im Mund und Wörter, die auf ihnen kauen und zum anderen sicherlich aus der schwäbischen Alb-Umgebung herrührt. Quer gebaut durchs Land und an den Rändern steinig gerissen, hungrig immer nach Bläue, auch winters, wenn der spiegelnde Himmel versteckte Wege zeigt. Haptisch wird der Stein sprachlich erfahrbar, zeigt er sich im ... quer durchs Land gebauten Riff durch welches man in Steinschuhn gehen wird, einmal schwer, dem Märchen nachlaufen das dir ein Mund erzählte, ein anderes Mal leicht vom Märchen, das deinen Leib füllt mit Gedächtnis, mit erzähltem Licht, erzählt, als der Mund sich öffnete vor deinen schlafenden Augen und dir versprach: Du wirst in Steinschuhn gehen Auch hier wird, wie in der Arbeit mit den Klängen aus dem Stein, diesem Leben wissend zugedacht, welches Konsequenzen hat für das Existieren. So vorläufig waren die Abende nie. Die Gegend verliert ihre Zeit. Nun haben die Steine ihre Stunde, nun beginnen die Berge zu wachsen, nun steigen die Fische schwarz aus den Seen, nun stoßen die Bäume ihr Geäst ab, nun gefriert das Licht vorm Abend und trennt den Himmel von der Erde Für den Komponisten sind diese sprachlichen Bilder primär musikalisch gedacht, sind gewissermassen sprachlich Komponiertes von musikalisch Gedachtem. Das Klang-finden dieser Texte war und ist ausschließlich bestimmt durch die Erfahrung mit der Entwicklung von Klang aus der Materialität Stein, dem langjährigen Umgehen mit den Steinen, einem archaischen Scheinbaren, welches wahrnehmen lässt, wie der Stein das Denken bestimmt und nicht umgekehrt. Sobald die steinernen Köpfe von uns nicht mehr gelebte Strophen singen: ihr altes Lied, beginne ich durch diesen Wald zu wandern, von Kopf zu Kopf und berühre die Kiesellippen, damit ihr Lied nicht ende, in das ich nun hineinwachse, hinein in den tönenden Stein, ein Kopf neben Köpfen. Peter Härtling, Texte, Rezitation N.N. Sopran Manfred Kniel, Steinschlagwerk Fried Dähn, Cello, E-Cello, Technik Klaus Feßmann, Komposition,KlangSteine |