|
|
||||||||
![]()
Jeder Stein klingt, hat seine mögliche Klanglichkeit in sich. Es gibt damit weder gute noch schlechte Steine, es gibt nur das Wissen oder Nichtwissen von uns, um eine potentielle Klanglichkeit des Steins zu entdecken und die Klänge zu entwickeln. Bleibt der Stein stumm, klingt er nicht, müssen wir die uns bekannten Methoden ändern, müssen wir einen neuen Weg suchen.
Jeder Stein hat seine eigene Form, seine durch die Natur, die Evolution verursachte, vorgegebene Struktur, seine Brüche, seine Adern, seine Verdichtungen. Nach ausführlichen Berechnungen - wir haben hier sehr viel geforscht und ein sehr sinnvolles System entwickelt - legen wir die Größe, Form und Lamellenstärke fest. Erst danach wird der Stein poliert und anschließend mit der Diamantsäge geöffnet.
Jeder Stein besitzt sein eigenes Tempo bei der Entwicklung seiner Klänge. Es gibt Steine im Atelier, die in absehbarer Zeit ihren Klang entwickelt haben und zu den Konzerten mitgenommen werden können. Es gibt Steine, die zu bremsen sind in ihrer Klangentwicklung, da sie sich selbst zerstören könnten. Es gibt Steine, von denen noch nicht genau gesagt werden kann, wann sie klingen, ihre Entwicklung kann nur ungefähr geahnt werden. Und es gibt immer wieder Steine, die sich völlig anders verhalten wie erwartet und die Regeln ändern.
Jeder Stein braucht seine Zeit, seine Eigenzeit, seine individuelle zeitliche Strecke. Diese ist zu finden, diese habe ich zu erspüren durch die verschiedenen Teile meiner Hände, durch die Finger, ihren weichen Teile, ihren Gelenken, der Brücke, dem Hand-innern, dem Ballen. Das Wasser entweicht nach und nach aus dem Stein, die Molekular-struktur ändert sich, das Kristallgitter richtet sich anders aus. Wie lange dies alles dauert, bestimmt der Stein, er lässt es mich hören und spüren.
Jeder Stein entwickelt sich weiter, es gibt keine toten Steine. Es ist eine Materie, die eine Entwicklung durchmacht, deren Ende nach dem jetzigen Stand der Dinge noch nicht absehbar ist. Im Moment können pro Lamelle ca. 8 verschiedene Tonkomplexe zum Klingen gebracht werden. Dies ist aber noch nicht das Ende und auch nur ein Teil des Phänomens. Jeder Stein wird dies im Klingen berichten, unsere Musik wird dies hören lassen. |